Solarthermie oder Photovoltaik: Was lohnt sich 2026 auf deinem Dach?

Solarthermie oder Photovoltaik? Kosten 4.000–13.000 € vs. 1.000–1.500 €/kWp, Ertrag je m², Förderung 2026 (KfW 458, 0 % MwSt) und wann welche Technik gewinnt.

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Für die meisten Einfamilienhäuser ist Photovoltaik 2026 die bessere Wahl: Solarstrom lässt sich für Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto nutzen, die Anlage kostet rund 1.000–1.500 € pro kWp ohne Mehrwertsteuer, und Überschüsse werden 20 Jahre lang vergütet. Solarthermie holt zwar je Quadratmeter mehr Energie vom Dach (350–500 kWh Wärme statt rund 200 kWh Strom), liefert aber ausschließlich Wärme – und die fällt im Sommer an, wenn du sie am wenigsten brauchst. Sinnvoll bleibt Solarthermie vor allem bei hohem Warmwasserbedarf, knapper Dachfläche und einer Heizung, die ohnehin noch einige Jahre läuft.

Wo liegt der technische Unterschied?

Beide Techniken nutzen dieselbe Sonne, machen aber etwas völlig anderes daraus:

Der Wirkungsgrad klingt zunächst wie ein klarer Punkt für die Solarthermie: Kollektoren erreichen optische Wirkungsgrade von 70–85 %, übers Jahr bleiben nach Speicher- und Leitungsverlusten etwa 50–60 % Anlagenwirkungsgrad. Ein modernes PV-Modul schafft 20–23 %. Der Haken: Wärme ist nur als Wärme nutzbar, Strom dagegen für alles – und über eine Wärmepumpe wird aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme (dazu unten mehr).

Was kosten Solarthermie und Photovoltaik 2026?

AnlageTypische Kosten inkl. MontageMehrwertsteuerLaufende Kosten
Solarthermie nur Warmwasser (4–6 m²)4.000–7.000 €19 %100–200 €/Jahr, Solarflüssigkeit alle 5–10 Jahre
Solarthermie mit Heizungsunterstützung (10–15 m²)8.000–13.000 €19 %100–200 €/Jahr
Photovoltaik 8 kWp (ca. 36–45 m² Dach)8.000–12.000 €0 %Rücklage für Wechselrichter, ggf. Versicherung
Photovoltaik 10 kWp mit Speichersiehe Kostenratgeber0 %wie oben

Die Solarthermie-Zahlen stammen aus den Kostenübersichten von co2online, Schwäbisch Hall und Finanztip (Stand 2026): co2online rechnet für ein Einfamilienhaus mit vier Personen mit rund 5.000 € für eine reine Warmwasseranlage und rund 10.000 € für Warmwasser plus Heizungsunterstützung. Bei Photovoltaik liegen die Marktpreise Mitte 2026 bei etwa 1.000–1.500 € pro kWp; als Faustregel brauchst du rund 4,5–5,5 m² Dachfläche je kWp.

Wichtig für den Vergleich: Der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG gilt ausschließlich für Photovoltaik (Module, Wechselrichter, Speicher, wesentliche Komponenten). Solarthermie wird mit 19 % besteuert – der Preisvorteil der PV ist in der Tabelle also schon eingerechnet.

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Förderung 2026: KfW 458 für Solarthermie, Nullsteuersatz für PV

Solarthermie wird als Heizungstechnik über die Heizungsförderung KfW 458 (BEG EM) bezuschusst. Seit der Neufassung zum 21.07.2026 gilt:

Wer nur Kollektoren an eine bestehende Gasheizung hängt, bekommt in der Praxis also die 30 % – der Klimageschwindigkeitsbonus setzt die Stilllegung der alten Heizung voraus. Alternativ kannst du für Solarthermie die Steuerermäßigung nach § 35c EStG nutzen (20 % der Kosten, verteilt auf drei Jahre, maximal 40.000 € Ermäßigung je Objekt, Gebäude mindestens zehn Jahre alt); eine Doppelförderung derselben Maßnahme ist ausgeschlossen.

Photovoltaik wird nicht über die KfW 458 gefördert. Dafür gibt es den Nullsteuersatz, die Einspeisevergütung (seit 01.08.2026: 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung bis 10 kWp, 12,22 ct bei Volleinspeisung, 20 Jahre garantiert), den KfW-Kredit 270 ab 4,11 % effektiv (Stand 18.08.2026) sowie regionale Zuschüsse, die du im Förder-Atlas findest.

Ertrag je Quadratmeter: Wärme schlägt Strom – bis die Wärmepumpe kommt

KennzahlSolarthermie (Flachkollektor)PhotovoltaikPV plus Wärmepumpe (JAZ 3,4)
Energieertrag je m² und Jahr350–500 kWh Wärmeca. 190–210 kWh Stromca. 650–700 kWh Wärme
Solarer DeckungsgradWarmwasser 40–60 %, Heizung 15–25 %abhängig von Speicher und Verbrauch
Nutzbarkeitnur Wärme, Sommerüberschuss verfällt (Stagnation)Strom für alles, Überschuss wird vergütetWärme, Strom, E-Auto
Lebensdauer20–25 JahreModule ca. 25–30 Jahre, Wechselrichter 10–15 JahreWärmepumpe ca. 15–20 Jahre

Die Auslegung folgt Faustregeln: Für Warmwasser rechnet man mit 1,5 m² Flachkollektor (1,0 m² Röhrenkollektor) pro Person, für Heizungsunterstützung etwa mit dem Doppelten. Ein Vier-Personen-Haushalt landet also bei 6 m² bzw. 12 m² Kollektorfläche. Auf denselben 12 m² bringt Photovoltaik rund 2,5 kWp unter, die in Deutschland etwa 2.200–2.500 kWh Strom im Jahr liefern.

Und hier kippt der Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreichte im Feldtest des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4 – aus 2.300 kWh Solarstrom werden rechnerisch rund 7.800 kWh Wärme, mehr als die 4.200–6.000 kWh Wärme der Solarthermie auf gleicher Fläche. In der Praxis fällt der Vorsprung kleiner aus, weil der PV-Strom vor allem im Sommer anfällt und die Wärmepumpe im Winter überwiegend Netzstrom zieht; trotzdem ist die Kombination flexibler und wirtschaftlicher. Wie du beide Systeme sauber aufeinander abstimmst, erklärt das Schwesterportal Wärmepumpengenie im Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik ↗; die PV-Seite der Rechnung findest du in Photovoltaik und Wärmepumpe.

Entscheidungsmatrix: Welche Technik passt zu deinem Haus?

Deine SituationEmpfehlung
Neubau oder Sanierung mit WärmepumpePhotovoltaik, möglichst groß (10–15 kWp), Wärmepumpe mit PV-Überschuss betreiben
Gas- oder Ölheizung bleibt noch 5–10 JahrePhotovoltaik fürs Haus; Solarthermie nur, wenn Warmwasser einen hohen Anteil am Verbrauch hat
Hoher Warmwasserbedarf (Mehrpersonenhaushalt, Mehrfamilienhaus, Pool)Solarthermie für Warmwasser – oder PV mit Heizstab bzw. Brauchwasser-Wärmepumpe
Sehr kleine Dachfläche (unter 20 m²), Wärmebedarf steht im VordergrundSolarthermie (mehr Energie je m²)
E-Auto vorhanden oder geplantPhotovoltaik, siehe Wallbox und Überschussladen
Denkmalschutz, nur wenige Flächen erlaubtEinzelfall – oft Solarthermie oder Indach-PV, siehe Altbau und Denkmalschutz
Beides möglich, Dach groß genugPhotovoltaik zuerst; Solarthermie nur bei nachweislich hohem Warmwasserverbrauch ergänzen

Rechne deinen Fall am besten konkret durch: Der PV-Rechner zeigt dir Ertrag, Eigenverbrauch und Amortisation für dein Dach.

Wann ist Solarthermie 2026 noch sinnvoll?

Solarthermie ist keine schlechte Technik – ihr Einsatzfeld ist nur kleiner geworden. Nach den co2online-Zahlen amortisiert sich eine Anlage im Schnitt erst nach 15–20 Jahren, bei 20–25 Jahren Lebensdauer. Gute Argumente für Kollektoren bleiben:

  1. Hoher, ganzjähriger Warmwasserbedarf – Familien mit vier und mehr Personen, Mehrfamilienhäuser, Pflege- oder Ferienobjekte, Schwimmbad. Hier deckt Solarthermie 40–60 % des Warmwassers, und der Kessel bleibt im Sommer aus.
  2. Fossile Heizung, die bleibt – wer seine Gasheizung noch nicht tauschen will, senkt mit Kollektoren den Gasverbrauch und bekommt dafür 30 % Zuschuss.
  3. Zu wenig Dachfläche für eine sinnvolle PV-Anlage, aber Wärmebedarf – 6 m² Kollektoren leisten mehr als 6 m² Module.
  4. Kombination mit Wärmepumpe – die KfW fördert Hybridsysteme; Solarthermie entlastet die Wärmepumpe im Sommer bei der Warmwasserbereitung.

Für alle anderen gilt: Photovoltaik zuerst. Sie ist günstiger je Kilowattstunde, steuerlich privilegiert, liefert vergütete Überschüsse statt verpuffender Sommerwärme und wird mit einer Wärmepumpe zur besseren Solarheizung. Wer beides will, plant die PV so groß wie möglich und prüft Solarthermie nur als gezielte Ergänzung für Warmwasser.

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Quellen und weiterführende Links

Häufige Fragen

Kann ich Solarthermie und Photovoltaik kombinieren?
Ja, technisch ist das problemlos möglich – beide Anlagen teilen sich dann die Dachfläche. Sinnvoll ist die Kombination aber nur bei hohem, ganzjährigem Warmwasserbedarf. In den meisten Einfamilienhäusern bringt eine größere PV-Anlage mit Wärmepumpe oder Heizstab mehr als eine kleine PV-Anlage neben Kollektoren.
Wird Solarthermie 2026 noch gefördert?
Ja, über die Heizungsförderung KfW 458 mit 30 % Grundförderung auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % kommt nur hinzu, wenn gleichzeitig eine alte fossile Heizung stillgelegt wird. Alternativ ist die Steuerermäßigung nach § 35c EStG möglich, aber nicht beides zusammen.
Gilt der Nullsteuersatz auch für Solarthermie?
Nein – der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG gilt nur für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp einschließlich Speicher und wesentlicher Komponenten. Solarthermieanlagen werden mit dem regulären Satz von 19 % besteuert. Das macht PV je Kilowatt Leistung spürbar günstiger.
Was bringt mehr Wärme pro Quadratmeter: Solarthermie oder PV mit Wärmepumpe?
Ein Flachkollektor liefert in Deutschland 350–500 kWh Wärme je Quadratmeter und Jahr. Ein Quadratmeter Photovoltaik erzeugt rund 200 kWh Strom, der mit einer Wärmepumpe bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 rechnerisch etwa 650–700 kWh Wärme ergibt. In der Praxis liegt der Vorteil der PV-Kombination niedriger, weil der Solarstrom vor allem im Sommer anfällt.
Wie lange hält eine Solarthermieanlage?
Kollektoren und Speicher halten in der Regel 20–25 Jahre, bei guter Pflege auch länger. Die Solarflüssigkeit muss je nach Produkt alle fünf bis zehn Jahre getauscht werden, Pumpe und Regler halten meist kürzer als die Kollektoren. Für Wartung und Betrieb solltest du 100–200 € pro Jahr einplanen.

Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.


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