Enpal und 1KOMMA5° im neutralen Vergleich: Mietmodell vs. Kauf mit Energiemanagement. Plus: Zolar ist insolvent – was Bestandskunden jetzt wissen müssen.
Enpal und 1KOMMA5° gehören zu den bekanntesten überregionalen Photovoltaik-Anbietern in Deutschland. Der dritte große Name der vergangenen Jahre, Zolar, ist insolvent und hat das Endkundengeschäft eingestellt – was das für Bestandskunden bedeutet, erklären wir weiter unten. Enpal und 1KOMMA5° unterscheiden sich weniger in der Technik als im Geschäftsmodell – also darin, wie du die Anlage bekommst und bezahlst. Dieser Vergleich erklärt die Modelle sachlich; konkrete Preise nennen wir bewusst nicht, da sie individuell vom Angebot abhängen und sich laufend ändern. Verlässlich vergleichen lässt sich nur mit mehreren konkreten Angeboten.
Enpal ist vor allem für sein Mietmodell bekannt geworden: Du zahlst keine Anschaffungskosten, sondern eine feste monatliche Miete über eine lange Laufzeit (üblicherweise 20 Jahre). Enpal bleibt Eigentümer der Anlage; Planung, Installation, Wartung, Reparatur und Versicherung sind im Paket enthalten. Seit 2024 bietet Enpal die Anlagen zusätzlich zum Kauf an.
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1KOMMA5° setzt kein klassisches Mietmodell ein, sondern verkauft die Anlagen – häufig im Paket mit Speicher, Wallbox und dem eigenen Energiemanagement-System „Heartbeat" sowie dynamischen Stromtarifen. Finanziert wird in der Regel über einen Bankkredit (z. B. KfW 270); die monatliche Rate kann sich wie eine Miete anfühlen, am Ende gehört die Anlage aber dir.
Zolar war primär als Online-Plattform bekannt, über die sich eine Anlage konfigurieren und kaufen ließ; installiert wurde über Partnerbetriebe. Über 10.000 Anlagen hat das Berliner Unternehmen so realisiert und dafür rund 140 Mio. € Wagniskapital eingesammelt. Doch schon im September 2024 zog sich Zolar aus dem Endkundenmarkt zurück, um sich auf B2B-Software zu konzentrieren. Am 1. August 2025 eröffnete das Amtsgericht Charlottenburg das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung; inzwischen firmiert das Unternehmen als GmbH i. L. („in Liquidation") und wird abgewickelt. Das Endkundengeschäft ist dauerhaft eingestellt. Die Installer-Services übernahm im Oktober 2025 der niederländische Anbieter Sollit; für Altkunden bietet Otovo ein Servicepaket an.
Was Zolar-Bestandskunden jetzt tun sollten:| Kriterium | Mietmodell (Enpal) | Kaufmodell (1KOMMA5°, lokale Betriebe) |
|---|---|---|
| Anfangsinvestition | keine | ja (oder Finanzierung) |
| Eigentum | erst am Laufzeitende | sofort bzw. nach Tilgung |
| Service/Wartung/Versicherung | im Paket enthalten | selbst zu organisieren bzw. separat |
| Gesamtkosten über 20 Jahre | tendenziell höher | tendenziell niedriger |
| Aufwand für dich | sehr gering | etwas höher |
Diese Einordnung ist eine allgemeine Tendenz – die konkrete Wirtschaftlichkeit hängt immer vom individuellen Angebot ab.
Unabhängig vom Anbieter solltest du auf dieselben Punkte achten: Komponenten (Module, Wechselrichter, Speicher), Garantie- und Servicebedingungen, Laufzeiten und – beim Mietmodell – was am Ende der Laufzeit passiert. Die Zolar-Pleite zeigt außerdem: Achte auf die wirtschaftliche Stabilität des Anbieters und darauf, welche Zusagen von den Komponenten-Herstellern kommen (die bleiben) und welche nur vom Anbieter selbst (die stehen und fallen mit ihm). Da sich die Angebote stark unterscheiden, lohnt sich der Vergleich mehrerer Angebote am meisten.
Es gibt nicht „den besten" Anbieter, sondern das passende Modell: Das Mietmodell (Enpal) nimmt dir Aufwand und Anfangskosten ab, ist über die Laufzeit aber meist teurer. Kaufmodelle (1KOMMA5° oder lokale Fachbetriebe) führen zu Eigentum und niedrigeren Gesamtkosten, erfordern aber Investition oder Finanzierung. Zolar ist als Anbieter vom Markt verschwunden – Bestandskunden halten sich an die Herstellergarantien und das Otovo-Servicepaket. Eine ausführliche Übersicht aller Anbietertypen findest du im großen Anbieter-Vergleich. Am sichersten entscheidest du mit mehreren konkreten Angeboten – diese erhältst du über unseren Solar-Angebotsvergleich.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
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