Photovoltaik Gewerbe 2026: 5,44–6,66 ct/kWh für 30–100 kWp, Direktvermarktung ab 100 kW, Vorsteuer statt 0 % MwSt. Rechenbeispiel 50 kWp, KfW 270/293 & Dachpacht.
Eine gewerbliche Photovoltaikanlage mit 30–100 kWp kostet 2026 rund 1.000–1.300 € je kWp netto und rechnet sich vor allem über den Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte kWh ersetzt 17–27 ct Gewerbestrom, während die Einspeisung nur 5,44–6,66 ct/kWh bringt. Bei 60 % Eigenverbrauch amortisiert sich eine 50-kWp-Anlage in etwa 8–10 Jahren; ab 100 kW wird die Direktvermarktung Pflicht.
Privathaushalte verbrauchen ihren Strom morgens und abends – Betriebe zwischen 8 und 17 Uhr, also genau dann, wenn die Anlage produziert. Werkstätten, Kühlhäuser, Büros, Praxen, Supermärkte oder Produktionsbetriebe erreichen deshalb ohne Speicher Eigenverbrauchsquoten von 50–80 %, während ein Einfamilienhaus bei 30 % liegt. Und jede selbst genutzte kWh ist bares Geld: Laut BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 zahlen kleine und mittlere Industriebetriebe im Schnitt 17,2 ct/kWh, kleine Gewerbekunden mit rund 10.000 kWh Jahresverbrauch nach Anbieterangaben um 27 ct/kWh. Eigene Erzeugungskosten einer Gewerbeanlage liegen dagegen je nach Standort bei grob 7–10 ct/kWh über 20 Jahre. Dazu kommen planbare Stromkosten und ein besserer CO₂-Fußabdruck für Kunden und Ausschreibungen.
Für Inbetriebnahmen seit dem 1. August 2026 gelten laut Bundesnetzagentur folgende Sätze (Degression 1 % je Halbjahr, nächster Stichtag 01.02.2027, 20 Jahre garantiert):
| Anlagenteil | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| 10 bis 40 kWp | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
| 40 bis 100 kWp | 5,44 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Die Sätze gelten anteilig: Eine 50-kWp-Anlage erhält für die ersten 10 kWp 7,70 ct, für die nächsten 30 kWp 6,66 ct und für die letzten 10 kWp 5,44 ct – im Mischsatz rund 6,62 ct/kWh. Volleinspeisung lohnt nur, wenn der Betrieb tagsüber kaum Strom braucht (Lagerhalle, verpachtetes Dach); die Wahl muss vor Inbetriebnahme gemeldet werden – Details im Ratgeber Teileinspeisung oder Volleinspeisung. Über 100 kW entfällt die feste Vergütung: Der Strom muss über einen Direktvermarkter verkauft werden (§ 21 EEG), der Betreiber erhält Marktwert plus gleitende Marktprämie – mehr im Ratgeber Direktvermarktung.
Ausblick: Die vom Kabinett am 29.07.2026 beschlossene EEG-Novelle 2027 (Bundesrat seit 14.08.2026, Bundestag ab September) sieht im Entwurf vor, die feste Vergütung für Neuanlagen ab 2027 durch eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für maximal 36 Monate zu ersetzen – und das nur noch für Anlagen unter 50 kW; größere Neuanlagen gingen direkt in die Direktvermarktung. Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die heutigen Sätze für 20 Jahre.Preise vergleichen lohnt: oft 4.000–7.000 € Unterschied bei 10 kWp
Wer nur ein Angebot einholt, zahlt meist drauf. Unser kostenloser Angebotsvergleich liefert dir bis zu 3 Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region zum direkten Vergleich.
Kostenlos Angebote vergleichen →100 % kostenlos & unverbindlich · geprüfte regionale Fachbetriebe
Für Neuanlagen gelten seit dem 25.02.2025 die Regeln des Solarspitzengesetzes: keine Vergütung in Viertelstunden mit negativem Börsenpreis (die Zeit wird an die 20 Jahre angehängt) und ohne intelligentes Messsystem samt Steuerbox nur 60 % der Nennleistung am Netzanschlusspunkt. Anlagen zwischen 25 und 100 kW müssen ohnehin fernsteuerbar sein; ein Smart Meter ist ab 7 kW Pflichteinbaufall – siehe Smart-Meter-Pflicht. Für Gewerbe mit hohem Tagesverbrauch ist die 60-%-Kappung praktisch bedeutungslos, weil der Strom im Betrieb bleibt.
Beim Netzanschluss hat das Solarpaket I Fristen gesetzt: Bis 30 kW gilt der bestehende Anschluss als geeignet, wenn der Netzbetreiber nicht binnen eines Monats widerspricht; für 30–100 kW beträgt die Frist acht Wochen (§ 8 EEG). Ab etwa 135 kW ist zusätzlich ein Anlagenzertifikat nach VDE-AR-N 4110 nötig, das nach Branchenangaben 3.000–8.000 € kostet – ein Grund, weshalb viele Gewerbeanlagen bewusst unter 100 bzw. 135 kW bleiben.
Annahmen: Investition 55.000 € netto (1.100 €/kWp), Ertrag 950 kWh/kWp = 47.500 kWh/Jahr, Gewerbestrompreis 20 ct/kWh netto, Mischvergütung 6,62 ct/kWh, Betriebskosten (Wartung, Versicherung, Messstellenbetrieb) rund 800 €/Jahr.
| Eigenverbrauch | Ersparnis Strombezug | Einspeiseerlös | Nutzen nach Betriebskosten | Amortisation |
|---|---|---|---|---|
| 30 % (Lager, wenig Tagesverbrauch) | 14.250 kWh × 0,20 € = 2.850 € | 33.250 kWh × 0,0662 € = 2.200 € | ca. 4.250 €/Jahr | ca. 13 Jahre |
| 60 % (typischer Handwerks- oder Bürobetrieb) | 28.500 kWh × 0,20 € = 5.700 € | 19.000 kWh × 0,0662 € = 1.260 € | ca. 6.160 €/Jahr | ca. 9 Jahre |
| 80 % (Produktion, Kühlung, Zwei-Schicht-Betrieb) | 38.000 kWh × 0,20 € = 7.600 € | 9.500 kWh × 0,0662 € = 630 € | ca. 7.430 €/Jahr | ca. 7,5 Jahre |
Die Tabelle zeigt den Hebel: Zwischen 30 und 80 % Eigenverbrauch liegen fast sechs Jahre Amortisation – bei gleicher Anlage. Deshalb gehört vor die Planung eine Lastganganalyse (der Netzbetreiber liefert für Betriebe mit registrierender Leistungsmessung die Viertelstundenwerte). Über die Laufzeit von 25 Jahren erwirtschaftet die 60-%-Variante bei gleichbleibenden Strompreisen rund 150.000 € Nutzen bei 55.000 € Investition; steigende Strompreise verbessern die Rechnung, die Degradation der Module (rund 0,5 % pro Jahr) verschlechtert sie leicht. Eine erste Kalkulation für dein Dach liefert der Rechner.
Alternativen zur eigenen Investition sind Leasing, Contracting (ein Dienstleister baut und betreibt, der Betrieb kauft den Strom) und Power Purchase Agreements – sinnvoll, wenn Kapital im Kerngeschäft gebunden bleiben soll.
Dachverpachtung – die Alternative ohne eigene Investition: Wer weder investieren noch betreiben will, kann die Dachfläche einem Projektierer überlassen, der die Anlage auf eigene Rechnung baut. Interessant wird das ab rund 1.000 m² zusammenhängender, statisch tragfähiger Dachfläche – also 100 kWp und mehr. Nach Anbieterangaben für 2026 liegen die Pachten bei etwa 2–3,5 € je m² und Jahr, alternativ 35–65 € je kWp und Jahr oder einer Einmalzahlung von 30–70 € je m²; die Verträge laufen 20–30 Jahre und werden meist über eine Dienstbarkeit im Grundbuch gesichert. Manche Modelle kombinieren Pacht mit vergünstigtem Strombezug aus der Anlage.Die Rechnung dazu: Ein 1.000-m²-Dach bringt als Pacht 2.000–3.500 € pro Jahr – als Eigenanlage mit 150 kWp und 60 % Eigenverbrauch dagegen ein Mehrfaches. Die Verpachtung lohnt daher vor allem bei geringem eigenem Stromverbrauch, knappem Kapital oder wenn die Dachsanierung vom Pächter mitfinanziert wird. Vor der Unterschrift prüfen: Rückbau am Vertragsende, Haftung bei Dachschäden, Regelungen bei Verkauf des Gebäudes und ob der Betrieb später selbst Strom aus der Anlage beziehen darf.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
© 2026 PhotovoltaikGenie – Ein Projekt der Butterflies IT UG (haftungsbeschränkt). Impressum · Datenschutz · Kontakt